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Ratgeber · Stand: August 2026

Shilajit und Schwermetalle: Grenzwerte, Risiken und überprüfbare Laborwerte

Shilajit ist ein Naturharz aus dem Hochgebirge und kann deshalb Schwermetalle enthalten. Für Nahrungsergänzungsmittel gelten in der EU feste Höchstgehalte für Blei, Cadmium und Quecksilber. Ob eine konkrete Charge darunter liegt, zeigt nur die Laboranalyse genau dieser Charge. Unsere aktuelle Charge wurde von einem akkreditierten Labor in Deutschland gemessen, alle Werte stehen im öffentlichen Chargenblatt.

Wer nach Shilajit sucht, stößt schnell auf Warnungen vor Schwermetallen, und sie kommen nicht von ungefähr: Verbraucherzentralen weisen seit Jahren darauf hin, dass insbesondere ayurvedische Präparate aus unkontrollierten Quellen mit Blei, Cadmium oder Quecksilber belastet sein können. Die richtige Reaktion darauf ist aber nicht Angst, sondern Messwerte. Dieser Artikel erklärt, welche EU-Grenzwerte gelten, was unsere aktuelle Charge tatsächlich enthält und wie du jeden Laborbericht selbst lesen und einordnen kannst.

Warum Schwermetalle bei Shilajit ein Thema sind

Shilajit bildet sich über lange Zeiträume in Felsspalten des Hochgebirges. Es steht dabei in direktem Kontakt mit Gestein, und Gestein enthält von Natur aus geogene Elemente, darunter auch Schwermetalle. Dazu kommt der Faktor Verarbeitung: Wird das Rohharz unsauber gereinigt oder mit minderwertigem Material gestreckt, steigt die Belastung.

Das bedeutet zweierlei. Erstens: Die Frage ist nie, ob ein Naturharz theoretisch Spuren enthalten kann, sondern was tatsächlich gemessen wurde. Zweitens: Herkunft, Reinigung und eine Laborprüfung pro Charge sind keine Kür, sondern der einzige belastbare Qualitätsnachweis. Wie du geprüfte Ware generell von ungeprüfter unterscheidest, zeigt unser Leitfaden Echtes Shilajit erkennen.

Wo Belastung entsteht: Herkunft und Reinigung

Rohes Shilajit ist kein fertiges Produkt, sondern ein Gemisch aus Harz, Gesteinsresten, Pflanzenmaterial und Wasser. Zur Aufbereitung wird es üblicherweise in Wasser gelöst, gefiltert und schonend eingedickt. Genau an diesen Schritten entscheidet sich die Qualität:

  • Sammelregion: Gesteinszusammensetzung und Umweltbelastung unterscheiden sich je nach Region und Höhenlage. Eine konkrete Herkunftsangabe ist deshalb mehr als Folklore.
  • Filtration: Wird zu grob gefiltert, bleiben feine Gesteinspartikel im Harz, und mit ihnen steigt die Chance auf geogene Elemente.
  • Eindickung: Zu starkes Erhitzen spart Zeit, kann aber die Zusammensetzung verändern. Schonende Verfahren dauern länger und kosten mehr.
  • Massenware: Wer anonymes Rohharz in großen Mengen einkauft und ohne eigene Prüfung abfüllt, kennt die Belastung seiner Ware schlicht nicht.

Deshalb gilt: Nicht die Herkunftsgeschichte auf dem Etikett schützt dich, sondern die Messung der fertigen Charge, die tatsächlich in deinem Tiegel steckt.

Warum "schwermetallfrei" unmöglich ist

Manche Anbieter werben mit "schwermetallfrei" oder "100 % schadstofffrei". Das klingt beruhigend, ist aber analytisch nicht haltbar. Jedes Messverfahren hat eine Bestimmungsgrenze, unterhalb derer es nichts mehr messen kann. Ein Labor kann also feststellen, dass ein Element nicht nachweisbar ist, aber niemals, dass exakt null davon enthalten ist.

Seriös formuliert heißt das Ergebnis "nicht nachweisbar" oder "kleiner als Bestimmungsgrenze". Genau deshalb arbeitet die EU mit Höchstgehalten statt mit einem Nullversprechen. Ein Anbieter, der "frei von" behauptet, verspricht etwas, das sein eigenes Labor so nie geschrieben hat. Das ist derselbe Mechanismus wie bei überzogenen Fulvinsäure-Angaben: Die werbliche Zahl ersetzt die messbare.

Die EU-Grenzwerte für Nahrungsergänzungsmittel

Höchstgehalte für Schwermetalle in Lebensmitteln regelt die Verordnung (EU) 2023/915. Für Nahrungsergänzungsmittel gelten unter anderem diese Werte:

Element EU-Höchstgehalt (Nahrungsergänzungsmittel)
Blei (Pb) 3,0 mg/kg
Cadmium (Cd) 1,0 mg/kg
Quecksilber (Hg) 0,10 mg/kg
Arsen (As) kein allgemeiner Höchstgehalt für diese Produktgruppe

Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens: Diese Grenzwerte gelten verbindlich für jedes Nahrungsergänzungsmittel, das in der EU verkauft wird, auch für importiertes Shilajit. Zweitens: Ein Anbieter, der "schwermetallfrei" verspricht, verspricht etwas, das kein Labor der Welt bestätigen kann. Seriös ist die Angabe gemessener Werte im Verhältnis zu den Grenzwerten.

Unsere gemessenen Werte, Charge HM-SH-25-BLY-1159

Unsere aktuelle Charge wurde von einem akkreditierten Lebensmittellabor in Deutschland untersucht. Das sind die Werte:

Element Gemessener Wert EU-Höchstgehalt
Blei (Pb) < 2 mg/kg 3,0 mg/kg
Cadmium (Cd) < 0,5 mg/kg 1,0 mg/kg
Quecksilber (Hg) < 0,01 mg/kg 0,10 mg/kg
Arsen (As) 0,88 mg/kg kein allgemeiner Höchstgehalt

Dazu die Mikrobiologie derselben Charge: Salmonellen nicht nachweisbar, E. coli unter 10 KBE/g, Hefen und Schimmelpilze unter 10 KBE/g.

Die Werte mit Kleiner-Zeichen liegen unterhalb der Bestimmungsgrenze des jeweiligen Messverfahrens, das Labor konnte diese Elemente also nicht in messbarer Menge nachweisen. Den Arsenwert veröffentlichen wir bewusst als konkrete Zahl, obwohl die EU für diese Produktgruppe keinen allgemeinen Höchstgehalt festlegt: Ein Wert, den du sehen kannst, ist mehr wert als einer, der im Bericht bleibt. Alle Angaben samt Analysedatum stehen im Chargenblatt, dessen Chargennummer du mit deinem Tiegel abgleichen kannst.

Wichtig zur Einordnung: Diese Werte gelten für genau diese Charge. Naturharz schwankt von Charge zu Charge, deshalb wird jede neue Charge neu gemessen und mit eigenem Chargenblatt veröffentlicht.

So liest du einen Schwermetall-Prüfbericht

Mit vier Begriffen kannst du jeden Bericht entschlüsseln:

  1. mg/kg: Milligramm pro Kilogramm Produkt. Bezugsgröße ist immer das Kilogramm, nicht die Tagesportion. Eine Tagesportion Harz liegt bei etwa 400 mg, also einem 2.500stel Kilogramm.
  2. n.n. oder "nicht nachweisbar": Das Verfahren konnte den Stoff überhaupt nicht finden.
  3. Kleiner-Zeichen (<): Der Gehalt liegt unter der Bestimmungsgrenze des Verfahrens. Die Zahl dahinter beschreibt das Verfahren, nicht das Produkt.
  4. Chargennummer: Ohne sie ist der schönste Bericht wertlos, denn er lässt sich keinem konkreten Produkt zuordnen. Bericht und Tiegel müssen dieselbe Nummer tragen.

Ein Bericht, der nur "geprüft" oder "frei von Schadstoffen" behauptet, ohne Einzelwerte zu nennen, ist kein Prüfbericht, sondern eine Werbeaussage. Das gilt übrigens genauso für Fulvinsäure-Angaben, mehr dazu im Artikel über Fulvinsäure und Messmethoden.

Von mg/kg zur Tagesportion: die Rechnung

Grenzwerte beziehen sich auf das Kilogramm Produkt, konsumiert wird aber eine Tagesportion von etwa 400 mg Harz. Die Umrechnung ist einfache Arithmetik: Tagesportion in Kilogramm mal Gehalt in mg/kg.

Ein Rechenbeispiel mit dem EU-Höchstgehalt für Blei: 3,0 mg/kg mal 0,0004 kg ergibt 0,0012 mg pro Tagesportion, also 1,2 Mikrogramm. Selbst ein Produkt, das den Höchstgehalt exakt ausschöpfen würde, bewegt sich pro Portion im Mikrogrammbereich. Die EU-Höchstgehalte sind von den Behörden bereits so angesetzt, dass sie die üblichen Verzehrmengen dieser Produktgruppe berücksichtigen.

Wichtig bleibt trotzdem der Blick auf die konkrete Charge: Die Rechnung funktioniert nur mit echten Messwerten. Ohne Laborbericht rechnest du mit einer unbekannten Zahl.

Checkliste: Schwermetalle beim Shilajit-Kauf

  1. Nennt der Anbieter Einzelwerte für Blei, Cadmium, Quecksilber und Arsen?
  2. Stehen die Werte einem EU-Grenzwert gegenüber, damit du sie einordnen kannst?
  3. Gehört zu den Werten eine Chargennummer, die auch auf dem Tiegel steht?
  4. Stammt die Analyse von einem unabhängigen, akkreditierten Labor?
  5. Wird jede Charge neu gemessen, nicht nur einmalig eine Probe?
  6. Misstrauisch werden bei: "100 % schadstofffrei", "schwermetallfrei", Berichten ohne Zahlen und Ware ohne Chargennummer.

Unser Harz erfüllt alle sechs Punkte: Jede Charge wird vor dem Verkauf geprüft, die Werte werden veröffentlicht, und die Chargennummer auf deinem Tiegel führt zum passenden Chargenblatt. Das Harz gibt es als 20 g Tiegel im Shop, Details zum Versand auf der Versandseite.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung.

Häufige Fragen

Enthält Shilajit immer Schwermetalle?

Shilajit entsteht in und an Gestein, deshalb sind Spuren geogener Elemente naturbedingt möglich. Entscheidend ist nicht, ob winzige Spuren vorhanden sind, sondern ob die gemessenen Gehalte unter den EU-Höchstgehalten liegen. Das lässt sich nur per Laboranalyse der konkreten Charge feststellen.

Was bedeutet 'n.n.' oder '< kleiner als' im Laborbericht?

'n.n.' heißt nicht nachweisbar, ein Wert mit 'kleiner als' liegt unterhalb der Bestimmungsgrenze des Messverfahrens. Beides bedeutet: Das Labor konnte den Stoff nicht in messbarer Menge finden. Die Zahl hinter dem Kleiner-Zeichen ist die Grenze des Verfahrens, nicht der tatsächliche Gehalt.

Warum steht bei Arsen kein EU-Grenzwert?

Die Verordnung (EU) 2023/915 legt für Nahrungsergänzungsmittel Höchstgehalte für Blei, Cadmium und Quecksilber fest, für Arsen jedoch keinen allgemeinen Wert für diese Produktgruppe. Wir veröffentlichen unseren gemessenen Arsenwert trotzdem, damit du ihn selbst einordnen und vergleichen kannst.

Wie oft lasst ihr testen?

Jede Charge wird vor dem Verkauf von einem akkreditierten Lebensmittellabor in Deutschland auf Schwermetalle, Mikrobiologie und Fulvinsäure untersucht. Zu jeder Charge gehört ein eigenes Chargenblatt mit der Chargennummer, die auch auf dem Tiegel steht.

Was heißt mg/kg praktisch?

mg/kg gibt an, wie viele Milligramm eines Stoffes in einem Kilogramm des Produkts stecken. Bei einer Tagesportion von etwa 400 mg Harz entspricht 1 mg/kg rechnerisch 0,0004 mg pro Tag. Die Angabe im Bericht bezieht sich also auf das Kilogramm, nicht auf die Tagesportion.

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